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Rezensiert: Der Klang (Martin Schleske)

Ich möchte eine kleine Beitragsreihe starten, in der ich ein bisschen was zu den Büchern schreiben möchte, die ich so lese. Was ist empfehlenswert? Und für wen? Was hat mich persönlich besonders angesprochen?

Den ersten Beitrag starte ich mit dem Buch “Der Klang – Vom unerhörten Sinn des Lebens”. An diesem Buch lese ich schon sehr lange, habe es aber jetzt endlich geschafft es ganz zu lesen. Warum ich so lange gebraucht habe? Was Martin Schleske schreibt ist einfach unheimlich intensiv. Seine Sätze sind zum Teil verschachtelt, aber wenn man sie mal verstanden hat bieten sie einen unheimlichen Reichtum und ich hatte beim Lesen einige Punkte, an denen ich glaube jetzt ein kleines Stücken mehr von Gott offenbart bekommen zu haben.
Martin Schleske ist Geigenbauer, aber in seinem Buch schlägt er vom Geigenbau Gleichnisse zu Leben und Glauben. Seine Gleichnisse ermutigen zum Weiterdenken und zu der Bereitschaft neues zu entdecken.
Ganz besonders spannend fand ich seine Worte zum Thema Gegensätzlichkeit. Er sieht die Schönheit und Perfektion nicht in einem einzigen Ideal, sondern in dem Zusammenspiel aus einem Gegensatzpaar. So entspricht Jesus selbst diesem Gegensatz. Er scheint für uns in gewisserweise paradox. Zum einen ist er der triumphale Messias und zum anderen ist er der, der in größter Schande am Kreuz stirbt. Nur in dieser Gegensätzlichkeit liegt die Größe Jesu. Auch in unserer Beziehung zu ihm ist es ähnlich. Sie braucht das vertraute, aber immer wieder auch den überraschenden Moment, nur so bleibt sie lebendig.
Zu viel möchte ich aber jetzt nicht verraten, weil vielleicht hat der ein oder andere ja Lust bekommen.
Ich empfehle das Buch jedem, der gerne auch etwas tiefer denkt und es aushält auch einmal an einem Text ein wenig zu knabbern und ihn vielleicht nochmal zu lesen, um ihn zu verstehen. Wenn du dann auch noch Musik begeistert bist, ist es das perfekte Buch für dich!

Sprachrecycling: Rechtfertigung

In unseren Ohren klingt das Wort “Rechtfertigung” unheimlich altmodisch. Wer kann mit so einem Wort überhaupt noch etwas anfangen? So ähnlich ging es mir bis vor kurzem auch noch, doch in letzter Zeit bin ich des öfteren in Vorlesungen, beim Bibellesen oder auch bei alltäglichen Dingen auf das Wort “Rechtfertigung/rechtfertigen” gestoßen.
War dir bewusst, dass rechtfertigen etwas ist, das du jeden Tag tust? Du rechtfertigst dich gegenüber dir selbst, wenn du z.B. morgens vor dem Spiegel stehst und die Entscheidung triffst, ob du so unter Menschen gehen kannst oder nicht. Du rechtfertigst dich gegenüber anderen Menschen in jeder Diskussion, die du führst. Und vermutlich rechtfertigst du dich auch immer wieder vor Gott: “Naja, ich dachte halt…” “Ist das wirklich so schlimm?” “Aber andere machen ja auch…”
Wenn wir uns rechtfertigen ist das ein Zeichen für Unfreiheit. Wir sind gefangen in Idealen und haben das Gefühl in irgendeiner Weise nicht richtig zu sein und nicht zu genügen. Wir versuchen uns selbst in irgendeiner Weise gerecht zu sprechen, versuchen zu beweisen, dass wir im Recht sind. Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich finde das unheimlich anstrengend, sich immer wieder diesen Spiegel vorzuhalten. Was für ein Geschenk ist es da zu wissen, dass Gott uns durch Jesus gerechtfertigt hat. Wir können uns davon befreien uns immer rechtfertigen zu müssen, weil wir wissen dürfen: Ich bin schon längst gerecht gesprochen. Vielleicht kannst du versuchen dir das heute oder morgen früh vor Augen zu führen, wenn du in den Spiegel schaust!
“Wie nun durch die Sünde des Einen die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt.” Römer 5,18

Frühlingsupdate

Es wird Zeit, dass ich euch mal wieder ein wenig auf dem laufenden halte, was bei mir so abgeht.
Deshalb hier ein kleines Frühlingsupdate:
# Hebräisch: Gerade eben komme ich aus meiner mündlichen Hebräischprüfung und kann jetzt erleichtert einen Haken hinter diese Sprache setzen, auch wenn sie mir um einiges leichter fiel als die Sprachen davor.

# Konfi: Im letzten dreiviertel Jahr durfte ich fünf Konfimädchen intensiv bei 8 Wochenenden begleiten. Am Sonntag nach Ostern wurden sie jetzt konfirmiert. An so einem Tag ist man gleichzeitig stolz auf seine Mädchen und gleichzeitig ein wenig traurig, dass die Zeit vorbei ist.

# Homiletik (Predigtlehre): Seit dem Sommersemester habe ich dieses Fach und es ist ganz schnell zu einem meiner Lieblingsfächer geworden. Es beschäftigt mich sehr, wie ich die Texte der Bibel so vermitteln kann, dass die Menschen möglichst viel davon haben. (Auch wenn das natürlich in erster Linie daran liegt, dass die Bibel Gottes Wort ist und nicht weil ich was mega tolles erzähle ;) )

# Zeltzeit: In zwei Wochen beginnt hier in Liebenzell wieder eine spezielle Zeit: die Zeltzeit. Während die Männer das Zelt hochziehen, helfen wir Frauen an allen möglichen Stellen hier auf dem Berg mit, damit die Feste reibungslos von statten gehen können. Es ist immer eine besondere Zeit der Gemeinschaft und ein Heraustreten aus dem Alltag. Natürlich würde ich mich auch freuen, wenn ich viele Leute auf einer der Veranstaltungen sehen würde. Es ist ja für jede Altersgruppe etwas dabei.

# Hauptstudium: Vor ein paar Wochen durfte ich die Fächer für das nächste Jahr wählen. Ich freu mich, dass der Unterricht immer intensiver und detailreicher wird, aber irgendwie ist es schon auch ziemlich krass, dass im Sommer schon die Hälfe meines Studiums vorbei ist.

# So das wars: was mir jetzt spontan eingefallen ist. In ein paar Tagen kommt dann vielleicht nochmal ein theologischer Beitrag.

Engersch

Nachdem die letzten Wochen im Studium bzw. das Leben hier sehr stressig waren, fuhren wir als ganzer Jahrgang von Donnerstag bis Sonntag nach Engersch in die Schweiz. In dem kleinen verschlafenen Örtchen mit einem wunderbaren Blick auf das grandiose Bergpanorama konnten wir ein wenig Auszeit nehmen und etwas neue Kraft tanken für die nächsten stressigen Wochen.
Wir hatten wenig Programm und dafür viel Zeit für uns alleine oder für Gespräche in der Gruppe. Das einzige vorgeschriebene waren Mentoringeinheiten, bei denen wir in bunt zusammengewürfelten Gruppen uns gegenseitig reflektieren sollten, was unser erster Eindruck voneinander war, wie wir uns jetzt sehen und wo wir uns gegenseitig in der Zukunft sehen. Das war sehr spannend und hilfreich.
Wettertechnisch waren wir wirklich gesegnet und so waren wir alle in der Natur unterwegs, in Gruppen oder auch ganz alleine mit Gott. Einfach mal ein paar Stunden sich auf Gott konzentrieren zu können und ihm Freiraum zu geben zu mir zu sprechen hat mir persönlich sehr gut getan. Er hat mir mit Matthäus 23,8 “Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister; ihr aber seid alle Brüder” noch einmal die Einheit in Christus deutlich gemacht. Mir fiel neben mir ein sehr ebenmäßiger Tannenzapfen auf, den ich auch als Gleichnis für diese Einheit sehen durfte. Die Schuppen des Tannenzapfens sind gleich groß, aber sie sitzen an verschiedenen Punkten, neben verschiedenen anderen Schuppen und deuten in verschiedene Richtungen, alle sind sie aber durch den “Strunk” in der Mitte miteinander verbunden. Genauso sind wir alle gleich in Christus, keiner steht über dem anderen, weil wir alle Brüder sind und in allem sind wir von unserem Herrn, unserem Rabbi abhängig.