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Extra me

Momentan habe ich das Gefühl, Gott spricht gerne in Bildern zu mir. Er nimmt ein Bild aus meiner Lebenswelt und lässt mich daran etwas neues erkennen in meiner Beziehung zu ihm. Eines dieser Bilder möchte ich gerne mit euch teilen. Es ist mir während dem Lobpreis hier bei uns in Liebenzell gekommen. Wie ich so da stand und meine Hände gehoben hatte musste ich an meinen Physiotermin einen Tag zuvor denken. Mein Physiotherapeut hatte mit mir über gesunde Haltung gesprochen und darüber, dass eine entspannte Haltung für die Muskulatur so aussieht, dass Arme und Beine vom Körper weggestreckt sind und sogar die Handflächen und Fußspitzen von meiner Körpermitte weggedreht sind. Die Entspannung liegt also nicht darin “in mir zu ruhen”, sondern liegt außerhalb von mir. Extra me! Ich finde das “extra” drückt das nochmal deutlicher aus. Mich lässt das zur Ruhe kommen was ich nicht in mir selbst finde. Gott ist es, der mich entspannt. Er gibt mir einen Wert der außerhalb von mir selbst liegt. Einen Wert, den ich damit auch nicht verlieren kann. Ist es nicht ein cooles Bild, dass mein Körper sich natürlicherweise so zu Gott ausstrecken möchte? Vielleicht denkt ihr ja an dieses Bild, wenn ihr das nächste Mal eure Arme im Lobpreis erhebt oder auch dann wenn ihr euch streckt, wenn ihr von eurer anstrengenden Arbeit am Schreibtisch aufsteht: Euer Ziel, euer Sinn, euer Wert, ja euer ganzes Sein ist nicht in euch selbst verborgen, sondern in Gott nachdem sich jede Faser eures Körpers sehnt.

Und wie sieht deine Stadt aus?

So jetzt ist bei mir endlich mal ein bisschen Ruhe eingekehrt. Ich weiß gar nicht, was man so tut, wenn man Zeit hat. :D Jetzt kann ich endlich von unserem einen Hauskreis erzählen.
Haben wir uns über das Thema Begabungen unterhalten. Wie können unsere Begabungen auch zur Gefahr werden? An welchen Stellen wollen wir unsere Begabungen ausbauen? Dabei ist mir ein gutes Bild eingefallen, das ich mit euch teilen möchte:
Eigentlich kann man sich seine eigenen Begabungen wie eine Stadt vorstellen. Jede Stadt sieht ein wenig anders aus. Der Kirchturm, das Schloss oder der Leuchtturm sind die Fähigkeiten, die besonders herausstechend sind. Manche Leute haben mehrere hohe Türme, aber dafür haben sie auch einige Baracken, die überhaupt nicht schön sind, sondern heruntergefallen aussehen. Das sind dann die Dinge, die wir überhaupt nicht gut können. Andere Leute haben vielleicht kaum besondere Gebäude, aber dafür viele schöne Wohnhäuser und keine hässlichen Baracken. Mit unserer Geburt bekommen wir von Gott unsere Stadt im Rohzustand geschenkt. Manche Gebäude sind schon etwas größer als andere, aber es gibt viele Möglichkeiten die Gebäude auszubauen. Das Material dazu bekommen wir ebenso von Gott geschenkt, aber wir können entscheiden, in welche der Gebäude wir investieren wollen. Wollen wir an den Gebäuden arbeiten, die schon herausragen oder lieber an den kleinen unscheinbaren Gebäuden. Beides verbessert das Bild unserer Stadt. Das Bild kann man immer weiter führen. So haben wir dann auch begonnen über die Einrichtung unserer Häuser und die Verbindung zu den anderen Städten gesprochen. Aber das möchte ich jetzt nicht weiter ausführen, sondern eurer eigenen Kreativität überlassen ;)

P.S. Danke an meinen Hauskreis, dass ihr meine manchmal etwas skurilen Gedankengänge mitmacht ;)

Das Granatapfelproblem im Hohelied

Auf morgen sollten wir für Einführung in das alte Testament das Hohelied der Liebe und einen weiterführenden Text lesen. Als brave Studenten habe ich das natürlich bereits erledigt. Die Frage nach der Auslegung des Hohelied fand ich schon interessant. Ich meine, was hat so ein Buch im Kanon des Alten Testamentes zu suchen? Interessant fand ich, dass eine allegorische Auslegung in so weit zu rechtfertigen ist, dass der Kontext, in diesem Fall der Kontext des alttestamentlichen Kanons, ein Einfluss hat auf die Auslegung des Textes.

Das ist aber eigentlich nicht das, was ich berichten wollte, denn beim Lesen ist mir noch eine Sache aufgefallen.
Ich möchte kurz aus Luther zitieren:
“Deine Lippen sind wie eine scharlachfarbene Schnur, und dein Mund ist lieblich. Deine Schläfen sind hinter deinem Schleier wie eine Scheibe vom Granatapfel.” Hl 4,3
Ähnlich wird es auch in Hl 6 noch einmal beschrieben.
Den Vergleich “Lippen wie eine scharlachfarbene Schnur” kann ich noch gut verstehen und scheint mir auch ein Kompliment zu sein. mit dem Vergleich “Schläfen wie eine Scheibe vom Granatapfel” musste ich dann aber doch sehr hadern. Ich habe mir versucht das ganze vorzustellen und konnte daran einfach nichts attraktives finden. Dann habe ich versucht das Ganze mal mit Gimp darzustellen. Das Ergebnis könnt ihr hier sehen:
Granatapfel

Also ich weiß ja nicht…irgendwie finde ich sieht das weniger attraktiv und viel eher lustig aus. Könnte beinahe eine Spezies aus Star Trek sein…oder was meint ihr? :D