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Rezensiert: Der Klang (Martin Schleske)

Ich möchte eine kleine Beitragsreihe starten, in der ich ein bisschen was zu den Büchern schreiben möchte, die ich so lese. Was ist empfehlenswert? Und für wen? Was hat mich persönlich besonders angesprochen?

Den ersten Beitrag starte ich mit dem Buch “Der Klang – Vom unerhörten Sinn des Lebens”. An diesem Buch lese ich schon sehr lange, habe es aber jetzt endlich geschafft es ganz zu lesen. Warum ich so lange gebraucht habe? Was Martin Schleske schreibt ist einfach unheimlich intensiv. Seine Sätze sind zum Teil verschachtelt, aber wenn man sie mal verstanden hat bieten sie einen unheimlichen Reichtum und ich hatte beim Lesen einige Punkte, an denen ich glaube jetzt ein kleines Stücken mehr von Gott offenbart bekommen zu haben.
Martin Schleske ist Geigenbauer, aber in seinem Buch schlägt er vom Geigenbau Gleichnisse zu Leben und Glauben. Seine Gleichnisse ermutigen zum Weiterdenken und zu der Bereitschaft neues zu entdecken.
Ganz besonders spannend fand ich seine Worte zum Thema Gegensätzlichkeit. Er sieht die Schönheit und Perfektion nicht in einem einzigen Ideal, sondern in dem Zusammenspiel aus einem Gegensatzpaar. So entspricht Jesus selbst diesem Gegensatz. Er scheint für uns in gewisserweise paradox. Zum einen ist er der triumphale Messias und zum anderen ist er der, der in größter Schande am Kreuz stirbt. Nur in dieser Gegensätzlichkeit liegt die Größe Jesu. Auch in unserer Beziehung zu ihm ist es ähnlich. Sie braucht das vertraute, aber immer wieder auch den überraschenden Moment, nur so bleibt sie lebendig.
Zu viel möchte ich aber jetzt nicht verraten, weil vielleicht hat der ein oder andere ja Lust bekommen.
Ich empfehle das Buch jedem, der gerne auch etwas tiefer denkt und es aushält auch einmal an einem Text ein wenig zu knabbern und ihn vielleicht nochmal zu lesen, um ihn zu verstehen. Wenn du dann auch noch Musik begeistert bist, ist es das perfekte Buch für dich!

Es ist alles eine Frage der Zeit

Momentan geht so viel ab in meinem Leben, dass ich schon lange nicht dazu gekommen bin etwas zu schreiben. Dabei hab ich noch eine Sache, die ich euch echt gerne mitteilen würde…naja dann muss das ganze eben noch warten bis in den August. Jetzt möchte ich nur mal kurz schreiben, WAS denn überhaupt alles abgeht.
In der zweiten Pfingstferienwoche war ich das zweite Mal bei Adonia dieses Jahr, aber im Ausland (Franken) und mit neuen Aufgaben. Ich durfte Klavier spielen und die Band leiten, was wirklich eine sehr coole Erfahrung war. (Ich glaube nicht, dass jemand aus meiner Band das hier liest, aber wenn doch: danke Leute!) Das Mitarbeiterteam war natürlich auch der Hammer, was aber das tollste war, war unser Gott. Ich durfte erfahren, wie er uns einfach die Woche über durchgetragen hat. Mein Highlight war die Heilung unseres Autos: Ich hatte das Auto meiner Eltern mit dabei (Danke Mama und Papa!) und es hat alles sehr gut geklappt, bis Samstagnacht das Auto auf der Autobahn immer langsamer und langsamer wurde und man einfach kein Gas mehr geben konnte. Mein absoluter Horror! Wir haben es noch irgendwie bis zur Gastfamilie geschafft und Sturm gebetet. Ein bisschen komisch kam ich mir schon vor, um Heilung für ein Auto zu beten. Immerhin musste ich am nächsten Tag – natürlich ein Sonntag – wieder zurück ins Badnerland. Ich kann euch sagen: Gebet hat Macht! Ohne ein weiteres Autoproblem bin ich zu Hause angekommen und in der Werktstatt haben sie nichts gefunden. Thank God!
Seit dem Adoniacamp bin ich dann vor allem mit dem Studium beschäftigt. Die Prüfungszeit steht vor der Tür. Zwei von drei Ausarbeitungen hab ich inzwischen fertig, aber die Zeit drängt und die to do Liste ist lang.
Nach meinen beiden Prüfungen gehe ich dann vom 9.-12. Juli nach Nürnberg zu Awakening Europe. Ich bin schon sehr gespannt, es sollen Christen aus ganz Europa zusammenkommen, um für Europa zu beten, viele Vorträge zu hören und Lobpreis zu machen.
Im Sommer darf ich dann noch eine Freizeit vorbereiten. Zusammen mit einem Mitarbeiter, den ich von Adonia kenne, darf ich für 21 Teens Programm in Italien machen. Auch darauf bin ich schon sehr gespannt.

Unterm Strich kann ich so sagen: Es ist zur Zeit sehr stressig und die Zeit ist knapp. Gerne würde ich noch mehr machen als jetzt schon. Das wichtigste ist aber, dass ich mich durchgetragen fühle und dass ich das Gefühl habe Gott gibt mir die Kraft für all das. Er schenkt mir Ideen für meine Andachten und alles andere was ich brauche.

Das Granatapfelproblem im Hohelied

Auf morgen sollten wir für Einführung in das alte Testament das Hohelied der Liebe und einen weiterführenden Text lesen. Als brave Studenten habe ich das natürlich bereits erledigt. Die Frage nach der Auslegung des Hohelied fand ich schon interessant. Ich meine, was hat so ein Buch im Kanon des Alten Testamentes zu suchen? Interessant fand ich, dass eine allegorische Auslegung in so weit zu rechtfertigen ist, dass der Kontext, in diesem Fall der Kontext des alttestamentlichen Kanons, ein Einfluss hat auf die Auslegung des Textes.

Das ist aber eigentlich nicht das, was ich berichten wollte, denn beim Lesen ist mir noch eine Sache aufgefallen.
Ich möchte kurz aus Luther zitieren:
“Deine Lippen sind wie eine scharlachfarbene Schnur, und dein Mund ist lieblich. Deine Schläfen sind hinter deinem Schleier wie eine Scheibe vom Granatapfel.” Hl 4,3
Ähnlich wird es auch in Hl 6 noch einmal beschrieben.
Den Vergleich “Lippen wie eine scharlachfarbene Schnur” kann ich noch gut verstehen und scheint mir auch ein Kompliment zu sein. mit dem Vergleich “Schläfen wie eine Scheibe vom Granatapfel” musste ich dann aber doch sehr hadern. Ich habe mir versucht das ganze vorzustellen und konnte daran einfach nichts attraktives finden. Dann habe ich versucht das Ganze mal mit Gimp darzustellen. Das Ergebnis könnt ihr hier sehen:
Granatapfel

Also ich weiß ja nicht…irgendwie finde ich sieht das weniger attraktiv und viel eher lustig aus. Könnte beinahe eine Spezies aus Star Trek sein…oder was meint ihr? :D

Fluch und Segen Davids

In “Einführung in das alte Testament” haben wir uns mit König David, seiner Sünde und den Folgen daraus beschäftgt.
Er schlief mit Batseba, einer verheirateten Frau und tötete auch noch deren Mann. Die Strafe für seine Sünden steht in enger Beziehung mit seinen eigenen Vergehen. In seiner Familie kommt es zu sexuellen Vergehen: Amnon vergewaltigt seine Schwester Tamar und Davids Sohn Absalom vergreift sich an dem Harem seines Vaters. Genauso kommt es auch zu mehreren gewaltsamen bzw. frühzeitigen Toden: Der Sohn mit Batseba stirbt als Baby. Absalom tötet seinen Bruder Amnon und dieser wird später, als er den Aufstand gegen seinen Vater wagt, von dessen Heerführer Joab getötet. Das klingt alles sehr schrecklich und nicht wirklich nach einem gnädigen Gott, oder? Nach einem gerechten Gott schon eher. David wird mit ähnlichen Vergehen bestraft, wie jene die er selbst Begangen hat.
Und jetzt kommt mein ABER:
Ja, David erhält eine gerechte Strafe für seine Vergehen, aber die Strafe hat ein Anfang und ein Ende. Sie ist begrenzt. Im Gegensatz dazu steht der Segen den David von Gott erhält. Schon lange vor seiner Sünde hat Gott ihn erwählt, damals als junger Hirte wurde er von Samuel ohne dass er irgendwelche großen Taten vollbracht hatte zum König gekrönt; und Gottes Segen geht weit über die Zeit der Strafe hinaus. Die Segenslinie Davids geht, wie wir wissen, bis zu Jesus, dem größten Segen der Menschheit überhaupt. Außerdem entsteht diese Linie über Salomo gerade eben aus der Beziehung mit Batseba. Das Schuldbekenntnis selbst wird zum Segen und hält im Gegensatz zum Fluch Davids weit über sein Leben hinaus an. Segen und Gnade übertreffen bei weitem Fluch und Strafe. Ist Gott also wirklich nur gerecht? Ich sage: Nein! Gott ist beides: Gerecht und gnädig.