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Von Palmen und dem Wind

Das letzte Wochenende war für mich sehr erlebnis- und aufschlussreich, auch wenn ich nicht unbedingt viel besonderes unternommen habe. Dieses Wochenende durfte ich nämlich mit meiner Klasse und einer Dozentin inklusive ihrer Familie verbringen. Hauptsächlich haben wir uns ausgetauscht, Fragen gestellt und sehr persönlichen Vorträgen gelauscht. Ich durfte einiges neues theologisches Gedankengut und praktische Tipss mitnehmen, andererseits durfte ich aber auch viel mit Gott ganz persönlich erleben. Eine Sache, die ich mitbekommen habe an diesem Wochenende und vermutlich beides beinhaltet, möchte ich auf diesem Weg nun mit euch teilen.
Wenn wir uns Palmen vorstellen, dann denken wir an schöne Sandstrände, Kokusnüsse und die warme, salzige Priese des Meeres. Die Blätter der Palme bewegen sich im Wind und auch ihr Stamm weicht bei starken Windböen dem Druck ein wenig aus. Trotz dieses andauernden Kampfes bleibt die Palme stehen und knick nicht ab. Stattdessen trägt sie sogar gute Früchte. Eine Palme, die aber in einem Gewächshaus gezogen wurde könnte diesem Wind nicht standhalten. Sie würde abknicken und obwohl sie vor der Härte des Windes geschützt ist bringt sie keine Frucht. Ihre Wurzeln reichen nicht tief genug, denn erst der Druck gegen Stamm und Blätter lässt die Wurzeln sich tiefer in die Erde graben, die so der Palme ihren festen Stand und auch die nötigen Nährstoffe gibt.
Aber was bedeutet dieses Phänomen der Natur für mich? Was bedeutet es für uns?
Es ist ein gutes Bild dafür wie wir erst durch unsere Herausforderungen im Leben in unserer Beziehung mit Gott wachsen können oder es zumindest besser tun. Nur wenn ich den Halt in Jesus brauche fange ich an tiefer zu graben. Wenn ich mit Leid konfrontiert werde kralle ich mich fester an Jesus und bekomme so durch ihn meine Kraft.
Ich dachte oft: Es ist doch cool, wenn Kinder möglichst behütet aufwachsen und von Problemen wie Tod, Hunger, Scheidung der Eltern, Armut, Gewalt usw verschont bleiben und natürlich wünsche ich auch jetzt keinem Kind, dass es mit diesen Dingen konfrontiert wird, aber vielleicht kann manchmal ein kleiner Geschmack dessen, was andere Erleben müssen sie mehr weiterbringen, als eine vollkommene Bewahrung davor. Wenn sie in ihrer Schule oder wir an anderen Stellen alleine stehen und ihren Glauben gegen andere Meinungen kommunizieren müssen, kann ihnen das oft mehr helfen ihre Wurzeln tiefer in Jesus zu graben und weiter zu suchen, als wenn sie noch eine weitere evangelistische Andacht hören.
Ich bin gerade auch erst am Anfang in diese Richtung zu denken, aber ich wünsche mir, dass ich Kindern und Teens nicht nur zu Jesus bringen kann, sondern dass sie auch zu einer Mündigkeit im Glauben kommen und selbst weiterdenken und weiterfragen ohne meine Hilfe. Ich wünsche mir, dass sie von sich aus versuchen ihre Wurzeln tiefer zu schlagen und sich nach Jesus ausstrecken und vielleicht ist dazu dieser Ansatz, den ich hier beschrieben habe gar nicht so falsch.

Beten mit Kindern

Im letzten Semester hatten wir in Pädagogik eine Einheit zum Thema “Beten mit Kindern”, die ich sehr spannend und wichtig fand.
Beten, die Kommunikation mit Gott, ist so wichtig und zwar nicht erst ab dem Teeniealter. Deshalb ging es in dieser Einheit darum, dass in Jungscharstunden, im Kindergottesdienst oder wo auch immer das Gebet ebenso wichtig sein sollte wie die biblische Geschichte, Spiel und Spaß oder das Singen.
Wer hat nicht schon gerade zu Kindern gesagt: “Lasst und jetzt noch schnell beten und dann können wir spielen.” Dabei sollte das Beten doch nichts sein, dass der Freude im Weg steht und eben noch schnell abgehandelt werden muss. Gerade im Gebet können auch Kinder vieles erleben: Einen Vater der sie über alles liebt, einen Freund dem sie alles erzählen können und auch die Anteilnahme anderer, wenn man füreinander betet. Wenn wir als Leiter das nicht authentisch vorleben und uns für das Gebet Zeit nehmen, wird das bei den Kindern nicht ankommen und das Gebet ein lästiges Anhängsel bleiben.
Nach dieser Pädagogikstunde möchte ich versuchen, das Gebet in Kindergruppen ganz klar einzuplanen und mich gerade hier nicht stressen zu lassen. Das wird zwar sicher nicht immer einfach, wenn die Kinder auf ihren Stühlen rumrutschen und andere Dinge in dem Moment gerade viel interessanter finden, aber ich denke ein Bewusstsein dafür ist schon der erste Schritt ;)