Kategorie-Archiv: leben

Auf dieser Seite berichte ich von meinen Leben an der Internationalen Hochschule Liebenzell und auf dem Missionsberg. Hier werde ich vorraussichtlich für 4 Jahre evangelische Theologie studieren.

Japan – die 10 verrücktesten Dinge

In Japan entdeckt man auch einige verrückte Sachen. Hier meine Top 10:
1. Der Asphalt am Bahngleis wird zum Teil sogar nass gewischt.
2. Jeder hat für die öffentlichen Toiletten ein eigenes kleines Handtuch dabei.
3. Jede Süßigkeit und jeder Keks ist einzeln verpackt.
4. Viele Leute tragen viel zu große Schuhe.
5. Es gibt überall Getränkeautomaten, aber keine Mülleimer.
6. Japaner bedanken sich einfach für alles.
7. Alle Geräte von Kühlschrank, über Waschmaschine bis hin zum Auto sprechen mit dir.
8. Ins Haus darf man nur mit Pantoffeln und fürs Klo gibt es zum Teil nochmal extra Klopantoffeln.
9. Es gibt Stoff”tüten” in den Umkleiden zum über den Kopf ziehen, damit man sein Make up nicht an die Kleider schmiert.
10. Im Supermarkt sagt die Kassiererin den Preis jedes einzelnen Produkts.

Abhängigkeit

Eigentlich wollen wir Menschen gerne unabhängig sein in unserem Leben, wir wollen selbst entscheiden und alles aus uns selbst schaffen und grundsätzlich möchte auch ich gerne alles allein schaffen und gut machen. In letzter Zeit ging es mir aber manchmal auch so, dass ich gerne auch mal etwas schaffen wollte von dem ich genau wusste, dass ich es nur in der Abhängigkeit von Gott geschafft habe und nicht einfach so. Ich weiß nicht, ob du diesen Wunsch nachvollziehen kannst, aber wenn andere Menschen erzählen, wie sie erlebt haben, dass sie das nur geschafft haben, weil Gott sie in diesem Moment dazu befähigt hat, dann strahlen ihre Augen (z.B. zum Teil bei meinen Klassenkameraden als sie Hebräisch bestanden haben). Sie durften in dieser Hilflosigkeit Gott erleben.
Letzte Woche durfte ich auch so ein Erlebnis haben und zwar bei einem Lobpreisabend, den wir Studenten geplant hatten. Ich war für die Band und die Liederauswahl zuständig, war jedoch die Woche davor die ganze Zeit weg. Wir hatten also genau eine Probe um 13 Lieder zu proben und während dieser Woche änderte sich die Bandzusammensetzung mehrmals und ich konnte das alles nur aus der Ferne irgendwie organisieren. Mich hat das unheimlich hilflos gemacht. Die Lieder hatte ich bereits vor dieser Woche rausgesucht und ich glaube ich habe noch nie so viel über eine Liedauswahl gebetet. Meiner Band hatte ich versucht zu erklären, was ich mir bei der Reihenfolge der Lieder gedacht hatte, aber irgendwie haben sie es überhaupt nicht verstanden, weil ich es auch nicht richtig ausdrücken konnte. Ich dachte danach: Naja, dann singen wir halt irgendwie die Lieder und fertig.
Als dann aber der Lobpreisabend gekommen war, durfte ich echt sehen wie Gott alles zusammengeführt hat. Die Lieder haben unheimlich gut zu dem Input und den Zeugnissen gepasst und es hat trotz des wenigen Probens alles super geklappt mit der Band und ich stand da und wusste eins ganz genau: Das hatte nicht ich irgendwie geschafft, sondern allein Gott.
Als Fazit möchte ich daraus für mich ein paar Dinge ziehen. Zuerst einmal möchte ich mehr auch in Situationen, in denen ich mich eigentlich sicher fühle um Gottes Gnade und sein dazutun bitten. Ich möchte in Situationen der Abhängigkeit mehr darauf vertrauen, dass er es gut machen wird, weil ich genau das erleben durfte und zuletzt möchte ich dafür dankbar sein, dass Gott mich begabt hat und auch in den Momente dankbar sein für Gottes Zutun, wenn ich nicht sonderlich erstaunt darüber bin, dass es geklappt hat.

Reach

Diese Sommerferien war ich als Teamleiterin bei Reach dabei. Das ist ein Programm von Teens in Mission. Zuerst besucht man einen kleinen Kongress, der dieses Jahr in Bad Doberan an der Ostsee stattfand und danach ging es mit einem Team, das aus 6-7 Mitgliedern ab 14 Jahren bestand zu einem Einsatz in eine Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt.
Ich selbst durfte die Stadt Zeitz im Süden von Sachsen-Anhalt mit meinem Team kennenlernen und dort die Landeskirchliche Gemeinschaft für 10 Tage unterstützen. Das war eine geniale, aber auch sehr herausfordernde Zeit.
Als wir in Zeitz ankamen waren wir schon etwas geschockt darüber, wie viele Häuser leer stehen und einfach zerfallen. Auch in den Herzen der Menschen schien viel kaputt zu sein. Wir trafen auf einige Menschen, die uns sofort ihre Lebensgeschichte erzählten, obwohl sie uns nicht mal kannten, nur weil wir ein wenig freundlich waren. Das hat unser ganzes Team betroffen gemacht! Man muss nicht weit reisen, um Menschen zu finden, die ganz dringend Hilfe brauchen.
In der Zeit(z) dort haben wir verschiedene Projekte durchgeführt: einen Spielenachmittag, Straßeneinsätze, ein Jugendabend, Schuleinsätze und ein paar kleinere, andere Aktionen. Dabei haben wir uns als Team richtig gut kennengelernt und das war eine spannende Erfahrung. Ich hatte echt ein wunderbares Team und das wichtigste Teammitglied war dabei aber Gott, der uns immer wieder zur Spontanität herausgefordert hat.
Es waren geniale Begegnungen, aber es ist traurig, dass wir die Menschen dort jetzt wieder allein lassen mussten. Ich würde mich freuen, wenn ihr mit für die Gemeinde in Zeitz und ihre Arbeit beten würdet

Rezensiert: Der Klang (Martin Schleske)

Ich möchte eine kleine Beitragsreihe starten, in der ich ein bisschen was zu den Büchern schreiben möchte, die ich so lese. Was ist empfehlenswert? Und für wen? Was hat mich persönlich besonders angesprochen?

Den ersten Beitrag starte ich mit dem Buch “Der Klang – Vom unerhörten Sinn des Lebens”. An diesem Buch lese ich schon sehr lange, habe es aber jetzt endlich geschafft es ganz zu lesen. Warum ich so lange gebraucht habe? Was Martin Schleske schreibt ist einfach unheimlich intensiv. Seine Sätze sind zum Teil verschachtelt, aber wenn man sie mal verstanden hat bieten sie einen unheimlichen Reichtum und ich hatte beim Lesen einige Punkte, an denen ich glaube jetzt ein kleines Stücken mehr von Gott offenbart bekommen zu haben.
Martin Schleske ist Geigenbauer, aber in seinem Buch schlägt er vom Geigenbau Gleichnisse zu Leben und Glauben. Seine Gleichnisse ermutigen zum Weiterdenken und zu der Bereitschaft neues zu entdecken.
Ganz besonders spannend fand ich seine Worte zum Thema Gegensätzlichkeit. Er sieht die Schönheit und Perfektion nicht in einem einzigen Ideal, sondern in dem Zusammenspiel aus einem Gegensatzpaar. So entspricht Jesus selbst diesem Gegensatz. Er scheint für uns in gewisserweise paradox. Zum einen ist er der triumphale Messias und zum anderen ist er der, der in größter Schande am Kreuz stirbt. Nur in dieser Gegensätzlichkeit liegt die Größe Jesu. Auch in unserer Beziehung zu ihm ist es ähnlich. Sie braucht das vertraute, aber immer wieder auch den überraschenden Moment, nur so bleibt sie lebendig.
Zu viel möchte ich aber jetzt nicht verraten, weil vielleicht hat der ein oder andere ja Lust bekommen.
Ich empfehle das Buch jedem, der gerne auch etwas tiefer denkt und es aushält auch einmal an einem Text ein wenig zu knabbern und ihn vielleicht nochmal zu lesen, um ihn zu verstehen. Wenn du dann auch noch Musik begeistert bist, ist es das perfekte Buch für dich!

Frühlingsupdate

Es wird Zeit, dass ich euch mal wieder ein wenig auf dem laufenden halte, was bei mir so abgeht.
Deshalb hier ein kleines Frühlingsupdate:
# Hebräisch: Gerade eben komme ich aus meiner mündlichen Hebräischprüfung und kann jetzt erleichtert einen Haken hinter diese Sprache setzen, auch wenn sie mir um einiges leichter fiel als die Sprachen davor.

# Konfi: Im letzten dreiviertel Jahr durfte ich fünf Konfimädchen intensiv bei 8 Wochenenden begleiten. Am Sonntag nach Ostern wurden sie jetzt konfirmiert. An so einem Tag ist man gleichzeitig stolz auf seine Mädchen und gleichzeitig ein wenig traurig, dass die Zeit vorbei ist.

# Homiletik (Predigtlehre): Seit dem Sommersemester habe ich dieses Fach und es ist ganz schnell zu einem meiner Lieblingsfächer geworden. Es beschäftigt mich sehr, wie ich die Texte der Bibel so vermitteln kann, dass die Menschen möglichst viel davon haben. (Auch wenn das natürlich in erster Linie daran liegt, dass die Bibel Gottes Wort ist und nicht weil ich was mega tolles erzähle ;) )

# Zeltzeit: In zwei Wochen beginnt hier in Liebenzell wieder eine spezielle Zeit: die Zeltzeit. Während die Männer das Zelt hochziehen, helfen wir Frauen an allen möglichen Stellen hier auf dem Berg mit, damit die Feste reibungslos von statten gehen können. Es ist immer eine besondere Zeit der Gemeinschaft und ein Heraustreten aus dem Alltag. Natürlich würde ich mich auch freuen, wenn ich viele Leute auf einer der Veranstaltungen sehen würde. Es ist ja für jede Altersgruppe etwas dabei.

# Hauptstudium: Vor ein paar Wochen durfte ich die Fächer für das nächste Jahr wählen. Ich freu mich, dass der Unterricht immer intensiver und detailreicher wird, aber irgendwie ist es schon auch ziemlich krass, dass im Sommer schon die Hälfe meines Studiums vorbei ist.

# So das wars: was mir jetzt spontan eingefallen ist. In ein paar Tagen kommt dann vielleicht nochmal ein theologischer Beitrag.

Aus neu wird alt

Es ist fast unglaublich. Jetzt bin ich schon ein ganzes Jahr hier in Liebenzell. Irgendwie ist es sehr komisch plötzlich nicht mehr zu den Neuen zu gehören, sondern zu den Alten, die den Einsern erklären wie der Hase läuft. Das Jahr ging so rasend schnell vorbei, dass ich es kaum glauben kann. Habe ich nicht gerade erst selbst erlebt wie man in den ersten Tagen vollgestopft mit Informationen über das Herbstmissionsfest läuft und eigentlich das Gefühl hat keinen Plan von nichts zu haben? Stattdessen erleben das nun meine zwei neuen WG-Mitbewohnerin (Sehr nett, die Zwei!).
Wieder hierher gekommen bin ich direkt aus den warmen Gefilden der Toskana. Dort durfte ich bei einer Freizeit das Teenieprogramm mit 21 genialen Teens machen. Im Vorfeld war das Ganze ziemlich stressig, aber die Freizeit selbst war dann echt entspannt. Morgens hatten wir Programm und nachmittags stand dann meist ein Ausflug auf dem Programm. Wer lieber am Pool chillen wollte konnte das natürlich auch tun.
Für Freitag heißt es dann gleich wieder Koffer packen, auch wenn sich die Anreisezeit sehr in Grenzen hält. Ich darf nämlich dieses Jahr bei der Konfirmandenarbeit mithelfen. Die findet hier nicht wie gewöhnlich einmal pro Woche statt, sondern die Konfirmanden treffen sich an 8 Wochenenden im Monbachtal. Auf diese Arbeit bin ich schon sehr gespannt.
Nach diesem Wochenende geht es dann auch gleich wieder mit den Vorlesungen los. Besonders gespannt bin ich auf Hebräisch, denn der Hebräischunterricht macht den Schwerpunkt des 3. und 4. Semesters aus, aber auch auf die anderen Fächer wie Dogmatik bin ich schon gespannt.

Es ist alles eine Frage der Zeit

Momentan geht so viel ab in meinem Leben, dass ich schon lange nicht dazu gekommen bin etwas zu schreiben. Dabei hab ich noch eine Sache, die ich euch echt gerne mitteilen würde…naja dann muss das ganze eben noch warten bis in den August. Jetzt möchte ich nur mal kurz schreiben, WAS denn überhaupt alles abgeht.
In der zweiten Pfingstferienwoche war ich das zweite Mal bei Adonia dieses Jahr, aber im Ausland (Franken) und mit neuen Aufgaben. Ich durfte Klavier spielen und die Band leiten, was wirklich eine sehr coole Erfahrung war. (Ich glaube nicht, dass jemand aus meiner Band das hier liest, aber wenn doch: danke Leute!) Das Mitarbeiterteam war natürlich auch der Hammer, was aber das tollste war, war unser Gott. Ich durfte erfahren, wie er uns einfach die Woche über durchgetragen hat. Mein Highlight war die Heilung unseres Autos: Ich hatte das Auto meiner Eltern mit dabei (Danke Mama und Papa!) und es hat alles sehr gut geklappt, bis Samstagnacht das Auto auf der Autobahn immer langsamer und langsamer wurde und man einfach kein Gas mehr geben konnte. Mein absoluter Horror! Wir haben es noch irgendwie bis zur Gastfamilie geschafft und Sturm gebetet. Ein bisschen komisch kam ich mir schon vor, um Heilung für ein Auto zu beten. Immerhin musste ich am nächsten Tag – natürlich ein Sonntag – wieder zurück ins Badnerland. Ich kann euch sagen: Gebet hat Macht! Ohne ein weiteres Autoproblem bin ich zu Hause angekommen und in der Werktstatt haben sie nichts gefunden. Thank God!
Seit dem Adoniacamp bin ich dann vor allem mit dem Studium beschäftigt. Die Prüfungszeit steht vor der Tür. Zwei von drei Ausarbeitungen hab ich inzwischen fertig, aber die Zeit drängt und die to do Liste ist lang.
Nach meinen beiden Prüfungen gehe ich dann vom 9.-12. Juli nach Nürnberg zu Awakening Europe. Ich bin schon sehr gespannt, es sollen Christen aus ganz Europa zusammenkommen, um für Europa zu beten, viele Vorträge zu hören und Lobpreis zu machen.
Im Sommer darf ich dann noch eine Freizeit vorbereiten. Zusammen mit einem Mitarbeiter, den ich von Adonia kenne, darf ich für 21 Teens Programm in Italien machen. Auch darauf bin ich schon sehr gespannt.

Unterm Strich kann ich so sagen: Es ist zur Zeit sehr stressig und die Zeit ist knapp. Gerne würde ich noch mehr machen als jetzt schon. Das wichtigste ist aber, dass ich mich durchgetragen fühle und dass ich das Gefühl habe Gott gibt mir die Kraft für all das. Er schenkt mir Ideen für meine Andachten und alles andere was ich brauche.

Eastertime

Meine Osterzeit begann mit einer coolen Aktion, die von einigen Studenten organisiert wurde. Sie hatten Bad Liebenzell in verschiedene Abschnitte eingeteilt. Dann lief jeweils eine Vierergruppe durch einen solchen Abschnitt und betete für die Anwohner, die Geschäfte und die Einrichtungen, die sich in diesem Teil des Ortes befanden. Ich fand das sehr spannend, weil wenn man sich vornimmt: Ich bete jetzt für eine bestimmte Stadt, fällt einem lang nicht so viel ein, wie wenn man tatsächlich durch diesen Ort läuft. Außerdem finde ich es schön, Leute im Gebet auf spätere Begegnungen mit dem Wort Gottes vorzubereiten.

Am Karsamstag ging es für mich dann zu Adonia nach Altensteig. Obwohl ich mir jedes Mal vornehme meinen Koffer leichter zu packen, gelang mir das dieses Jahr auf jeden Fall nicht, was aber vielleicht auch den 1,5 kg Süßigkeiten für meine Kleingruppe geschuldet war. Da meine Kleingruppe aber die aller coolste war, habe ich gern das zusätzliche Gewicht auf mich genommen. Ich war dieses mal zum ersten Mal als Mitarbeiterin dabei. Zu meinen Aufgaben zählte den Tanz einzustudieren, mit einem anderen Mitarbeiter zusammen eine Kleingruppe zu leiten, den CD Verkaufstisch zu organisieren und während den Konzerten an der Technik zu helfen. Das war zwar alles in allem unheimlich anstrengend, hat gleichzeitig aber auch sehr viel Spaß gemacht. Besondere Freude hat mir bereitet mit den Teens über die Dinge zu reden, die sie beschäftigen und mit ihnen zu beten. Es war unheimlich schön zu sehen wie sich Einzelne in der Woche unheimlich weiterentwickelt haben und über sich hinaus gewachsen sind. Bei den vier Konzerten konnte ich einfach nur staunen wie jeder sein bestes gegeben hat und alles so genial geklappt hat.
Die einzige Sache, die dann etwas schief gelaufen ist, war der Mitarbeiterabschluss am Sonntag. Statt am Treffpunkt anzukommen, landeten eine andere Mitarbeiterin, unsere “Gastmutter” und ich nach einem Auffahrunfall im Krankenhaus. Dank Gottes Beistand kamen wir aber alle drei mit einem Schleudertrauma davon. Im Krankenhaus erinnerten wir uns an den Bibelvers den unsere “Gastmutter” uns am Abend vorher auf unser Bett gelegt hatte: “Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.” (Psalm 91, 11)
Im Moment erhole ich meinen Kopf noch zu Hause von dem Unfall und freue mich daran, dass die Sonne scheint :)
In Liebenzell wartet dann schon bald die Zeltzeit mit den ganzen Festen auf mich und Anfang Juni heißt es dann schon wieder: Aaadonia!

Mehr Infos über Adonia unter: www.adonia.de
Ein Zeitungsbericht, über ein Konzert “meines” Chores findet ihr hier: http://www.badische-zeitung.de/wyhl/verliere-ich-meine-wuerde-mein-gesicht-wenn-die-maske-faellt–103244102.html

Engersch

Nachdem die letzten Wochen im Studium bzw. das Leben hier sehr stressig waren, fuhren wir als ganzer Jahrgang von Donnerstag bis Sonntag nach Engersch in die Schweiz. In dem kleinen verschlafenen Örtchen mit einem wunderbaren Blick auf das grandiose Bergpanorama konnten wir ein wenig Auszeit nehmen und etwas neue Kraft tanken für die nächsten stressigen Wochen.
Wir hatten wenig Programm und dafür viel Zeit für uns alleine oder für Gespräche in der Gruppe. Das einzige vorgeschriebene waren Mentoringeinheiten, bei denen wir in bunt zusammengewürfelten Gruppen uns gegenseitig reflektieren sollten, was unser erster Eindruck voneinander war, wie wir uns jetzt sehen und wo wir uns gegenseitig in der Zukunft sehen. Das war sehr spannend und hilfreich.
Wettertechnisch waren wir wirklich gesegnet und so waren wir alle in der Natur unterwegs, in Gruppen oder auch ganz alleine mit Gott. Einfach mal ein paar Stunden sich auf Gott konzentrieren zu können und ihm Freiraum zu geben zu mir zu sprechen hat mir persönlich sehr gut getan. Er hat mir mit Matthäus 23,8 “Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister; ihr aber seid alle Brüder” noch einmal die Einheit in Christus deutlich gemacht. Mir fiel neben mir ein sehr ebenmäßiger Tannenzapfen auf, den ich auch als Gleichnis für diese Einheit sehen durfte. Die Schuppen des Tannenzapfens sind gleich groß, aber sie sitzen an verschiedenen Punkten, neben verschiedenen anderen Schuppen und deuten in verschiedene Richtungen, alle sind sie aber durch den “Strunk” in der Mitte miteinander verbunden. Genauso sind wir alle gleich in Christus, keiner steht über dem anderen, weil wir alle Brüder sind und in allem sind wir von unserem Herrn, unserem Rabbi abhängig.

Das erste halbe Jahr

Ein Semester lebe und lerne ich inzwischen in Bad Liebenzell und schon jetzt habe ich viele neue Erfahrungen gesammelt, die ich hier teilen möchte. Ich möchte berichten von meinem Leben hier auf dem Missionsberg, möchte Denkanstöße zu theologischen Themen geben und von Erkenntnissen erzählen, die ich in meinem Studium bekommen habe.

Gut eingelebt habe ich mich in Liebenzell bereits. Ich wohne mit drei anderen Mädchen in einer WG, in der wir es uns nach einigen Wochen auch angenehm eingerichtet hatten. Gerade mit meiner Zimmermitbewohnerin verstehe ich mich unheimlich gut. Manchmal müssen wir uns abends richtig zusammenreißen, damit wir uns nicht noch zu lange austauschen :D
Auch über meine Klasse bin ich Gott sehr dankbar. Wir sind 12 Männer und 5 Frauen. Das sind für die Theologieklassen an der IHL (Internationale Hochschule Liebenzell) eher viele Frauen, darüber bin ich natürlich froh. Insgesamt ist die Klassenatmosphäre sehr gut, obwohl wir doch stark unterschiedliche Charaktere vereinen. Immer Montags treffen wir uns zum Theologenkaffee und beten zusammen, das stärkt die Klassengemeinschaft besonders.

Zusammen mit einigen meiner Kommilitonen und Kommilitoninnen treffe ich mich in der Regel wöchentlich zum Hauskreis. Dabei geht es uns aber stärker um den persönlichen Austausch und gemeinsamen Lobpreis als ums Bibelstudium. In unserem Studium beschäftigen wir uns schon so viel mit theologischen Fragen, dass wir gar nicht unbedingt alles geistlich verarbeiten können.
Neben den Vorlesungen haben wir Dienstags und Donnerstags ein gemeinsames Frühstück mit allen Studenten. Nach dem Essen beten wir für verschiedenste Gebetsanliegen, die wir von den Liebenzeller Missionaren übermittelt bekommen und es gibt eine Andacht von einem Studenten oder einem Dozenten. Mittwochs treffen wir uns abends zum Essen. Dort gibt es einen Lobpreisblock und längere Themen z.B. Berichte von Missionaren. Wir bekommen also auch hier nochmal einiges an Input.
Sonntags gehe ich meist noch mit meinen Mitbewohnerinnen in den Gottesdienst in der Missionsberggemeinde. Ab dem nächsten Semester mache ich dort in der Gemeinde ab und an auch Kindergottesdienst.

Im Studium hatte ich im ersten Semester folgende Fächer: Einführung in das alte Testament, Einführung in das neue Testament, Einführung in Theorie und Praxis der Pädagogik, Bibelkunde, Persönlichkeitsentwicklung, Einführung in die Theologie und Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten. Da ich Griechisch bereits in der Schule gelernt habe, konnte ich es akkreditieren lassen und konnte aus dem dritten Semester Einführung in die Kirchen und Missionsgeschichte vorziehen. Im nächsten Halbjahr fallen Persönlichkeitsentwicklung, Einführung in die Theologie und Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten weg. Dafür kommt Hermeneutik hinzu. Darauf bin ich schon gespannt!