Japan – die Top 10 Fotos

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Ihr seht hier die Hausregeln in einem alten Bauernhaus. Sie sind in japanischen Kanshis (Schriftzeichen) von oben nach unten und von rechts nach links gelesen. Es gibt so viele verschiedene Kanshis, dass auch viele Japaner immer wieder auf Kanshis treffen, die sie nicht kennen.

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Dieses Foto ist in einem buddhistischen Heiligtum entstanden. Die meisten Japaner würden nicht bestreiten, dass es eine höhere Macht gibt. Die allgemeine Religion ist eine Mischung aus Buddhismus (bei allen Themen rund um den Tod) und dem Shintuismus (bei allen Themen rund um das Leben)

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Hier ein eher untypisches Bild für Japan, denn normalerweise Essen die Japaner gerne sehr frisch. Deshalb gehen die meisten Japaner fast täglich einkaufen. Typisch sind jedoch die vielen bunten Farben und Reklamen.

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Das Meer! Als Insel ist Japan sehr abhängig vom Meer. Gebadet wird aber erst ab dem 1. Juli, der offiziellen Meereröffnung und an diese Regel halten sich die Japaner auch strickt.

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Tradition trifft Moderne! In der Architektur, in der Kultur und im Alltag.

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Ein Bild, das einem das Herz zerreißt! Tausende von Steinfiguren sind hier bei einem buddhistischen Tempel aufgestellt. Jede Statue steht für ein abgetriebenes oder abgegangenes Kind. Sehr viele Frauen in Japan treiben Kinder ab und stellen dann eine solche Figur für die Kinder auf als Versuch mit ihren Schuldgefühlen und ihrer Trauer umzugehen. Sie wissen nicht wohin mit ihrer Last!

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Shibuya ist ein junger und moderner Stadttteil von Tokyo. Die Kreuzung, die ihr auf dem Foto seht, ist bekannt dafür, dass täglich tausende Menschen darüber laufen.

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Dieses Foto hab ich vom Rathaus in Tokyo gemacht. Egal in welcher Richtung man aus dem Fenster schaut sieht man das gleiche: Häuser, Häuser und noch mehr Häuser.

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Hier seht ihr eine Japanerin im Kimono, dem traditionellen Gewand und das am Bahnhof zwischen all den Leuten, die auf dem Weg zur Arbeit sind.

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Und das letzte Foto: Ich beim Sushi essen. Übrigens macht nicht der rohe Fisch das Sushi zum Sushi, sondern der Reis und die Art wie er gekocht wird.

Abhängigkeit

Eigentlich wollen wir Menschen gerne unabhängig sein in unserem Leben, wir wollen selbst entscheiden und alles aus uns selbst schaffen und grundsätzlich möchte auch ich gerne alles allein schaffen und gut machen. In letzter Zeit ging es mir aber manchmal auch so, dass ich gerne auch mal etwas schaffen wollte von dem ich genau wusste, dass ich es nur in der Abhängigkeit von Gott geschafft habe und nicht einfach so. Ich weiß nicht, ob du diesen Wunsch nachvollziehen kannst, aber wenn andere Menschen erzählen, wie sie erlebt haben, dass sie das nur geschafft haben, weil Gott sie in diesem Moment dazu befähigt hat, dann strahlen ihre Augen (z.B. zum Teil bei meinen Klassenkameraden als sie Hebräisch bestanden haben). Sie durften in dieser Hilflosigkeit Gott erleben.
Letzte Woche durfte ich auch so ein Erlebnis haben und zwar bei einem Lobpreisabend, den wir Studenten geplant hatten. Ich war für die Band und die Liederauswahl zuständig, war jedoch die Woche davor die ganze Zeit weg. Wir hatten also genau eine Probe um 13 Lieder zu proben und während dieser Woche änderte sich die Bandzusammensetzung mehrmals und ich konnte das alles nur aus der Ferne irgendwie organisieren. Mich hat das unheimlich hilflos gemacht. Die Lieder hatte ich bereits vor dieser Woche rausgesucht und ich glaube ich habe noch nie so viel über eine Liedauswahl gebetet. Meiner Band hatte ich versucht zu erklären, was ich mir bei der Reihenfolge der Lieder gedacht hatte, aber irgendwie haben sie es überhaupt nicht verstanden, weil ich es auch nicht richtig ausdrücken konnte. Ich dachte danach: Naja, dann singen wir halt irgendwie die Lieder und fertig.
Als dann aber der Lobpreisabend gekommen war, durfte ich echt sehen wie Gott alles zusammengeführt hat. Die Lieder haben unheimlich gut zu dem Input und den Zeugnissen gepasst und es hat trotz des wenigen Probens alles super geklappt mit der Band und ich stand da und wusste eins ganz genau: Das hatte nicht ich irgendwie geschafft, sondern allein Gott.
Als Fazit möchte ich daraus für mich ein paar Dinge ziehen. Zuerst einmal möchte ich mehr auch in Situationen, in denen ich mich eigentlich sicher fühle um Gottes Gnade und sein dazutun bitten. Ich möchte in Situationen der Abhängigkeit mehr darauf vertrauen, dass er es gut machen wird, weil ich genau das erleben durfte und zuletzt möchte ich dafür dankbar sein, dass Gott mich begabt hat und auch in den Momente dankbar sein für Gottes Zutun, wenn ich nicht sonderlich erstaunt darüber bin, dass es geklappt hat.

Reach

Diese Sommerferien war ich als Teamleiterin bei Reach dabei. Das ist ein Programm von Teens in Mission. Zuerst besucht man einen kleinen Kongress, der dieses Jahr in Bad Doberan an der Ostsee stattfand und danach ging es mit einem Team, das aus 6-7 Mitgliedern ab 14 Jahren bestand zu einem Einsatz in eine Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt.
Ich selbst durfte die Stadt Zeitz im Süden von Sachsen-Anhalt mit meinem Team kennenlernen und dort die Landeskirchliche Gemeinschaft für 10 Tage unterstützen. Das war eine geniale, aber auch sehr herausfordernde Zeit.
Als wir in Zeitz ankamen waren wir schon etwas geschockt darüber, wie viele Häuser leer stehen und einfach zerfallen. Auch in den Herzen der Menschen schien viel kaputt zu sein. Wir trafen auf einige Menschen, die uns sofort ihre Lebensgeschichte erzählten, obwohl sie uns nicht mal kannten, nur weil wir ein wenig freundlich waren. Das hat unser ganzes Team betroffen gemacht! Man muss nicht weit reisen, um Menschen zu finden, die ganz dringend Hilfe brauchen.
In der Zeit(z) dort haben wir verschiedene Projekte durchgeführt: einen Spielenachmittag, Straßeneinsätze, ein Jugendabend, Schuleinsätze und ein paar kleinere, andere Aktionen. Dabei haben wir uns als Team richtig gut kennengelernt und das war eine spannende Erfahrung. Ich hatte echt ein wunderbares Team und das wichtigste Teammitglied war dabei aber Gott, der uns immer wieder zur Spontanität herausgefordert hat.
Es waren geniale Begegnungen, aber es ist traurig, dass wir die Menschen dort jetzt wieder allein lassen mussten. Ich würde mich freuen, wenn ihr mit für die Gemeinde in Zeitz und ihre Arbeit beten würdet

Rezensiert: Der Klang (Martin Schleske)

Ich möchte eine kleine Beitragsreihe starten, in der ich ein bisschen was zu den Büchern schreiben möchte, die ich so lese. Was ist empfehlenswert? Und für wen? Was hat mich persönlich besonders angesprochen?

Den ersten Beitrag starte ich mit dem Buch “Der Klang – Vom unerhörten Sinn des Lebens”. An diesem Buch lese ich schon sehr lange, habe es aber jetzt endlich geschafft es ganz zu lesen. Warum ich so lange gebraucht habe? Was Martin Schleske schreibt ist einfach unheimlich intensiv. Seine Sätze sind zum Teil verschachtelt, aber wenn man sie mal verstanden hat bieten sie einen unheimlichen Reichtum und ich hatte beim Lesen einige Punkte, an denen ich glaube jetzt ein kleines Stücken mehr von Gott offenbart bekommen zu haben.
Martin Schleske ist Geigenbauer, aber in seinem Buch schlägt er vom Geigenbau Gleichnisse zu Leben und Glauben. Seine Gleichnisse ermutigen zum Weiterdenken und zu der Bereitschaft neues zu entdecken.
Ganz besonders spannend fand ich seine Worte zum Thema Gegensätzlichkeit. Er sieht die Schönheit und Perfektion nicht in einem einzigen Ideal, sondern in dem Zusammenspiel aus einem Gegensatzpaar. So entspricht Jesus selbst diesem Gegensatz. Er scheint für uns in gewisserweise paradox. Zum einen ist er der triumphale Messias und zum anderen ist er der, der in größter Schande am Kreuz stirbt. Nur in dieser Gegensätzlichkeit liegt die Größe Jesu. Auch in unserer Beziehung zu ihm ist es ähnlich. Sie braucht das vertraute, aber immer wieder auch den überraschenden Moment, nur so bleibt sie lebendig.
Zu viel möchte ich aber jetzt nicht verraten, weil vielleicht hat der ein oder andere ja Lust bekommen.
Ich empfehle das Buch jedem, der gerne auch etwas tiefer denkt und es aushält auch einmal an einem Text ein wenig zu knabbern und ihn vielleicht nochmal zu lesen, um ihn zu verstehen. Wenn du dann auch noch Musik begeistert bist, ist es das perfekte Buch für dich!

Sprachrecycling: Rechtfertigung

In unseren Ohren klingt das Wort “Rechtfertigung” unheimlich altmodisch. Wer kann mit so einem Wort überhaupt noch etwas anfangen? So ähnlich ging es mir bis vor kurzem auch noch, doch in letzter Zeit bin ich des öfteren in Vorlesungen, beim Bibellesen oder auch bei alltäglichen Dingen auf das Wort “Rechtfertigung/rechtfertigen” gestoßen.
War dir bewusst, dass rechtfertigen etwas ist, das du jeden Tag tust? Du rechtfertigst dich gegenüber dir selbst, wenn du z.B. morgens vor dem Spiegel stehst und die Entscheidung triffst, ob du so unter Menschen gehen kannst oder nicht. Du rechtfertigst dich gegenüber anderen Menschen in jeder Diskussion, die du führst. Und vermutlich rechtfertigst du dich auch immer wieder vor Gott: “Naja, ich dachte halt…” “Ist das wirklich so schlimm?” “Aber andere machen ja auch…”
Wenn wir uns rechtfertigen ist das ein Zeichen für Unfreiheit. Wir sind gefangen in Idealen und haben das Gefühl in irgendeiner Weise nicht richtig zu sein und nicht zu genügen. Wir versuchen uns selbst in irgendeiner Weise gerecht zu sprechen, versuchen zu beweisen, dass wir im Recht sind. Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich finde das unheimlich anstrengend, sich immer wieder diesen Spiegel vorzuhalten. Was für ein Geschenk ist es da zu wissen, dass Gott uns durch Jesus gerechtfertigt hat. Wir können uns davon befreien uns immer rechtfertigen zu müssen, weil wir wissen dürfen: Ich bin schon längst gerecht gesprochen. Vielleicht kannst du versuchen dir das heute oder morgen früh vor Augen zu führen, wenn du in den Spiegel schaust!
“Wie nun durch die Sünde des Einen die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt.” Römer 5,18

Frühlingsupdate

Es wird Zeit, dass ich euch mal wieder ein wenig auf dem laufenden halte, was bei mir so abgeht.
Deshalb hier ein kleines Frühlingsupdate:
# Hebräisch: Gerade eben komme ich aus meiner mündlichen Hebräischprüfung und kann jetzt erleichtert einen Haken hinter diese Sprache setzen, auch wenn sie mir um einiges leichter fiel als die Sprachen davor.

# Konfi: Im letzten dreiviertel Jahr durfte ich fünf Konfimädchen intensiv bei 8 Wochenenden begleiten. Am Sonntag nach Ostern wurden sie jetzt konfirmiert. An so einem Tag ist man gleichzeitig stolz auf seine Mädchen und gleichzeitig ein wenig traurig, dass die Zeit vorbei ist.

# Homiletik (Predigtlehre): Seit dem Sommersemester habe ich dieses Fach und es ist ganz schnell zu einem meiner Lieblingsfächer geworden. Es beschäftigt mich sehr, wie ich die Texte der Bibel so vermitteln kann, dass die Menschen möglichst viel davon haben. (Auch wenn das natürlich in erster Linie daran liegt, dass die Bibel Gottes Wort ist und nicht weil ich was mega tolles erzähle ;) )

# Zeltzeit: In zwei Wochen beginnt hier in Liebenzell wieder eine spezielle Zeit: die Zeltzeit. Während die Männer das Zelt hochziehen, helfen wir Frauen an allen möglichen Stellen hier auf dem Berg mit, damit die Feste reibungslos von statten gehen können. Es ist immer eine besondere Zeit der Gemeinschaft und ein Heraustreten aus dem Alltag. Natürlich würde ich mich auch freuen, wenn ich viele Leute auf einer der Veranstaltungen sehen würde. Es ist ja für jede Altersgruppe etwas dabei.

# Hauptstudium: Vor ein paar Wochen durfte ich die Fächer für das nächste Jahr wählen. Ich freu mich, dass der Unterricht immer intensiver und detailreicher wird, aber irgendwie ist es schon auch ziemlich krass, dass im Sommer schon die Hälfe meines Studiums vorbei ist.

# So das wars: was mir jetzt spontan eingefallen ist. In ein paar Tagen kommt dann vielleicht nochmal ein theologischer Beitrag.

Extra me

Momentan habe ich das Gefühl, Gott spricht gerne in Bildern zu mir. Er nimmt ein Bild aus meiner Lebenswelt und lässt mich daran etwas neues erkennen in meiner Beziehung zu ihm. Eines dieser Bilder möchte ich gerne mit euch teilen. Es ist mir während dem Lobpreis hier bei uns in Liebenzell gekommen. Wie ich so da stand und meine Hände gehoben hatte musste ich an meinen Physiotermin einen Tag zuvor denken. Mein Physiotherapeut hatte mit mir über gesunde Haltung gesprochen und darüber, dass eine entspannte Haltung für die Muskulatur so aussieht, dass Arme und Beine vom Körper weggestreckt sind und sogar die Handflächen und Fußspitzen von meiner Körpermitte weggedreht sind. Die Entspannung liegt also nicht darin “in mir zu ruhen”, sondern liegt außerhalb von mir. Extra me! Ich finde das “extra” drückt das nochmal deutlicher aus. Mich lässt das zur Ruhe kommen was ich nicht in mir selbst finde. Gott ist es, der mich entspannt. Er gibt mir einen Wert der außerhalb von mir selbst liegt. Einen Wert, den ich damit auch nicht verlieren kann. Ist es nicht ein cooles Bild, dass mein Körper sich natürlicherweise so zu Gott ausstrecken möchte? Vielleicht denkt ihr ja an dieses Bild, wenn ihr das nächste Mal eure Arme im Lobpreis erhebt oder auch dann wenn ihr euch streckt, wenn ihr von eurer anstrengenden Arbeit am Schreibtisch aufsteht: Euer Ziel, euer Sinn, euer Wert, ja euer ganzes Sein ist nicht in euch selbst verborgen, sondern in Gott nachdem sich jede Faser eures Körpers sehnt.

Von Palmen und dem Wind

Das letzte Wochenende war für mich sehr erlebnis- und aufschlussreich, auch wenn ich nicht unbedingt viel besonderes unternommen habe. Dieses Wochenende durfte ich nämlich mit meiner Klasse und einer Dozentin inklusive ihrer Familie verbringen. Hauptsächlich haben wir uns ausgetauscht, Fragen gestellt und sehr persönlichen Vorträgen gelauscht. Ich durfte einiges neues theologisches Gedankengut und praktische Tipss mitnehmen, andererseits durfte ich aber auch viel mit Gott ganz persönlich erleben. Eine Sache, die ich mitbekommen habe an diesem Wochenende und vermutlich beides beinhaltet, möchte ich auf diesem Weg nun mit euch teilen.
Wenn wir uns Palmen vorstellen, dann denken wir an schöne Sandstrände, Kokusnüsse und die warme, salzige Priese des Meeres. Die Blätter der Palme bewegen sich im Wind und auch ihr Stamm weicht bei starken Windböen dem Druck ein wenig aus. Trotz dieses andauernden Kampfes bleibt die Palme stehen und knick nicht ab. Stattdessen trägt sie sogar gute Früchte. Eine Palme, die aber in einem Gewächshaus gezogen wurde könnte diesem Wind nicht standhalten. Sie würde abknicken und obwohl sie vor der Härte des Windes geschützt ist bringt sie keine Frucht. Ihre Wurzeln reichen nicht tief genug, denn erst der Druck gegen Stamm und Blätter lässt die Wurzeln sich tiefer in die Erde graben, die so der Palme ihren festen Stand und auch die nötigen Nährstoffe gibt.
Aber was bedeutet dieses Phänomen der Natur für mich? Was bedeutet es für uns?
Es ist ein gutes Bild dafür wie wir erst durch unsere Herausforderungen im Leben in unserer Beziehung mit Gott wachsen können oder es zumindest besser tun. Nur wenn ich den Halt in Jesus brauche fange ich an tiefer zu graben. Wenn ich mit Leid konfrontiert werde kralle ich mich fester an Jesus und bekomme so durch ihn meine Kraft.
Ich dachte oft: Es ist doch cool, wenn Kinder möglichst behütet aufwachsen und von Problemen wie Tod, Hunger, Scheidung der Eltern, Armut, Gewalt usw verschont bleiben und natürlich wünsche ich auch jetzt keinem Kind, dass es mit diesen Dingen konfrontiert wird, aber vielleicht kann manchmal ein kleiner Geschmack dessen, was andere Erleben müssen sie mehr weiterbringen, als eine vollkommene Bewahrung davor. Wenn sie in ihrer Schule oder wir an anderen Stellen alleine stehen und ihren Glauben gegen andere Meinungen kommunizieren müssen, kann ihnen das oft mehr helfen ihre Wurzeln tiefer in Jesus zu graben und weiter zu suchen, als wenn sie noch eine weitere evangelistische Andacht hören.
Ich bin gerade auch erst am Anfang in diese Richtung zu denken, aber ich wünsche mir, dass ich Kindern und Teens nicht nur zu Jesus bringen kann, sondern dass sie auch zu einer Mündigkeit im Glauben kommen und selbst weiterdenken und weiterfragen ohne meine Hilfe. Ich wünsche mir, dass sie von sich aus versuchen ihre Wurzeln tiefer zu schlagen und sich nach Jesus ausstrecken und vielleicht ist dazu dieser Ansatz, den ich hier beschrieben habe gar nicht so falsch.

Aus neu wird alt

Es ist fast unglaublich. Jetzt bin ich schon ein ganzes Jahr hier in Liebenzell. Irgendwie ist es sehr komisch plötzlich nicht mehr zu den Neuen zu gehören, sondern zu den Alten, die den Einsern erklären wie der Hase läuft. Das Jahr ging so rasend schnell vorbei, dass ich es kaum glauben kann. Habe ich nicht gerade erst selbst erlebt wie man in den ersten Tagen vollgestopft mit Informationen über das Herbstmissionsfest läuft und eigentlich das Gefühl hat keinen Plan von nichts zu haben? Stattdessen erleben das nun meine zwei neuen WG-Mitbewohnerin (Sehr nett, die Zwei!).
Wieder hierher gekommen bin ich direkt aus den warmen Gefilden der Toskana. Dort durfte ich bei einer Freizeit das Teenieprogramm mit 21 genialen Teens machen. Im Vorfeld war das Ganze ziemlich stressig, aber die Freizeit selbst war dann echt entspannt. Morgens hatten wir Programm und nachmittags stand dann meist ein Ausflug auf dem Programm. Wer lieber am Pool chillen wollte konnte das natürlich auch tun.
Für Freitag heißt es dann gleich wieder Koffer packen, auch wenn sich die Anreisezeit sehr in Grenzen hält. Ich darf nämlich dieses Jahr bei der Konfirmandenarbeit mithelfen. Die findet hier nicht wie gewöhnlich einmal pro Woche statt, sondern die Konfirmanden treffen sich an 8 Wochenenden im Monbachtal. Auf diese Arbeit bin ich schon sehr gespannt.
Nach diesem Wochenende geht es dann auch gleich wieder mit den Vorlesungen los. Besonders gespannt bin ich auf Hebräisch, denn der Hebräischunterricht macht den Schwerpunkt des 3. und 4. Semesters aus, aber auch auf die anderen Fächer wie Dogmatik bin ich schon gespannt.

Und wie sieht deine Stadt aus?

So jetzt ist bei mir endlich mal ein bisschen Ruhe eingekehrt. Ich weiß gar nicht, was man so tut, wenn man Zeit hat. :D Jetzt kann ich endlich von unserem einen Hauskreis erzählen.
Haben wir uns über das Thema Begabungen unterhalten. Wie können unsere Begabungen auch zur Gefahr werden? An welchen Stellen wollen wir unsere Begabungen ausbauen? Dabei ist mir ein gutes Bild eingefallen, das ich mit euch teilen möchte:
Eigentlich kann man sich seine eigenen Begabungen wie eine Stadt vorstellen. Jede Stadt sieht ein wenig anders aus. Der Kirchturm, das Schloss oder der Leuchtturm sind die Fähigkeiten, die besonders herausstechend sind. Manche Leute haben mehrere hohe Türme, aber dafür haben sie auch einige Baracken, die überhaupt nicht schön sind, sondern heruntergefallen aussehen. Das sind dann die Dinge, die wir überhaupt nicht gut können. Andere Leute haben vielleicht kaum besondere Gebäude, aber dafür viele schöne Wohnhäuser und keine hässlichen Baracken. Mit unserer Geburt bekommen wir von Gott unsere Stadt im Rohzustand geschenkt. Manche Gebäude sind schon etwas größer als andere, aber es gibt viele Möglichkeiten die Gebäude auszubauen. Das Material dazu bekommen wir ebenso von Gott geschenkt, aber wir können entscheiden, in welche der Gebäude wir investieren wollen. Wollen wir an den Gebäuden arbeiten, die schon herausragen oder lieber an den kleinen unscheinbaren Gebäuden. Beides verbessert das Bild unserer Stadt. Das Bild kann man immer weiter führen. So haben wir dann auch begonnen über die Einrichtung unserer Häuser und die Verbindung zu den anderen Städten gesprochen. Aber das möchte ich jetzt nicht weiter ausführen, sondern eurer eigenen Kreativität überlassen ;)

P.S. Danke an meinen Hauskreis, dass ihr meine manchmal etwas skurilen Gedankengänge mitmacht ;)

Die Weisheit ist höher als der Himmel: Was willst du tun? Tiefer als die Hölle: Was kannst du wissen? Hiob 11,8